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Jugendsession verlangt Suizidprävention bei LGBT+-Jugendlichen

Staatliche Massnahmen zur Suizidprävention bei LGBT+-Jugendlichen und die Verpflichtung des Detailhandels, die Verpackung ihrer Produkte um 15% zu reduzieren – das sind zentrale Petitionen der 27. Jugendsession. Einmal mehr haben die jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre Bereitschaft und Fähigkeit unter Beweis gestellt, zu partizipieren und Citoyenneté zu leben.

 Staatliche Massnahmen zur Suizidprävention bei LGBT+-Jugendlichen und die Verpflichtung des Detailhandels, die Verpackung ihrer Produkte um 15% zu reduzieren – das sind zentrale Petitionen der 27. Jugendsession. Einmal mehr haben die jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre Bereitschaft und Fähigkeit unter Beweis gestellt, zu partizipieren und Citoyenneté zu leben.

Die 27. Eidgenössische Jugendsession ging am Sonntag mit dem Plenum im Nationalratssaal zu Ende. Eröffnet wurde das Plenum am Samstag mit einer Rede des Tessiner Bundesrates Ignazio Cassis. Er hat die Bedeutung der Vielfalt in der Schweizer Politik hervorgehoben, sich zu den sprachlichen Minderheiten geäussert und insbesondere die Diskussionskultur betont: «Debattieren ist Demokratie!», wiederholte er mehrfach. Der Prix Jeunesse, mit dem jedes Jahr das Engagement einer Persönlichkeit oder einer Organisation für die Jugend gewürdigt wird, wurde an CinéCivic vergeben. Dies ist ein Wettbewerb durchgeführt von den Westschweizer Kantonen, bei dem Kinder und Jugendliche Filme drehen oder Plakate gestalten, um die politische Partizipation zu fördern

Gegen Verpackungsabfälle und die Diskriminierung von LGBT+-Jugendlichen

Nach vier Tagen intensiver Arbeit, Diskussionen mit Fachpersonen und Austausch mit Politikerinnen und Politikern sind die Arbeitsgruppen am Sonntag im Bundeshaus zusammengekommen. Auf dem Programm standen Debatte und Abstimmung über die vorgeschlagenen Forderungen. Eine mit 181 zu 3 Stimmen angenommene Petition verlangt die Unterstützung eines Netzwerks, um die sehr hohe Suizidrate bei jungen LGBT+ zu senken. Eine zweite Petition, welche das Entfernen des Geschlechts aus den Zivilstandsregistern verlangt, wurde hingegen mit 67 zu 89 Stimmen abgelehnt. Angenommen wurde eine weitere Petition, mit der verlangt wird, dass Detailhandelsunternehmen mit mehr als 1000 Angestellten verpflichtet werden, den Verpackungsanteil ihrer Eigenprodukte um 15% zu reduzieren. Dabei wird den Unternehmen überlassen, auf welchem Weg sie dieses Ziel bis 10 Jahre nach Inkrafttreten eines entsprechenden Gesetzes erreichen.

Ausserdem hat die Jugendsession zwei Petition für mehr Unternehmenstransparenz insbesondere für multinationale Unternehmen verabschiedet. Die Teilnehmenden der Jugendsession verlangen eine Offenlegung der Geschäftsbeziehungen bei Tätigkeiten in Risikobereichen und ein Bewertungssystem von Unternehmen nach sozialen und ökologischen Kriterien. Unternehmen sollen somit zu verantwortungsvoller Führung bewegt werden.

Die Forderungen wurden schliesslich dem Präsidenten des Nationalrates, Dominique de Buman, übergeben. Die Jugendsession wird dafür lobbyieren, dass die Forderungen Gehör finden. Erschöpft, aber bereichert um vielfältige Erfahrungen haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer das Bundeshaus verlassen: Mit ihrem Engagement haben sie der Politik ein neues Gesicht gegeben, Frische verliehen und Ambitionen gezeigt!

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben sich vier Tage lang für aktuelle Themen interessiert und kreative, ehrgeizige und zukunftsweisende Ideen eingebracht. Seit 1991 ist die Jugendsession ein Beispiel für gelebte Citoyenneté: Sie fördert die Partizipation der Jugend durch Mitreden, Mitgestalten und Mitentscheiden.

Alle Forderungen finden Sie hier.

Photo: Samuel Letsch/Tink.ch