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Themen 2017


Unter dem Slogan „Sag du der Politik, was sie sagen soll“ konnten Jugendliche in der Schweiz vom 27. Februar bis zum 17. März im Themenvoting aus insgesamt 11 Themenvorschlägen ihre acht Favoriten wählen. Rund 850 Teilnehmende haben an diesem Voting teilgenommen und die Themen der nächsten Jugendsession gewählt.

Die folgenden Themen stehen nun auf dem Programm der Eidgenössischen Jugendsession 2017:

Adoptionsrecht (431 Stimmen)

2016 wurde das Schweizer Adoptionsrecht vom Parlament überarbeitet und neu soll es auch Homosexuellen erlaubt sein, ihre Stiefkinder – das heisst die leiblichen Kinder ihres Lebenspartners bzw. ihrer Lebenspartnerin – zu adoptieren. Trotzdem erlaubt das Schweizer Adoptionsrecht nach wie vor keine volle, gemeinschaftliche Adoption für homosexuelle Paare und hinkt damit zahlreichen westeuropäischer Staaten hinterher. Welches sind die vorgebrachten Argumente für oder gegen die Adoption von Kindern für homosexuelle Paare?

Herausforderung Migrationsströme (424 Stimmen)

Die Migrationsströme der vergangenen Jahre haben den Umstand, dass offene Grenzen nebst all ihren Vorteilen auch ihre Schattenseiten haben, ins Bewusstsein der Bevölkerung gebracht. Während gewisse Bevölkerungsteile «Unkontrollierte Einwanderung» befürchten, fordern andere mit «Refugees Welcome»-Schildern die Öffnung der Grenzen. Gleichzeitig führen zahlreiche Länder wieder verstärkte Personenkontrollen durch, obwohl sie dem Schengenraum angehören und somit auf reguläre Personenkontrollen zu verzichten hätten. Wie soll sich die Schweiz verhalten? Welche Herausforderungen stellen sich dem Schengenraum? Sind strengere Grenzkontrollen der richtige Weg?

Finanzierung der AHV (415 Stimmen)

Die Alters-und Hinterlassenenversicherung (AHV), ein Teil der Altersvorsorge, wird durch Berufstätige finanziert, welche einen prozentualen Anteil des Lohnes an die AHV zahlen. Dieses Geld wird daraufhin direkt auf die AHV-BezügerInnen verteilt. Die AHV ist ein Generationenvertrag, der auf Solidarität basiert – die junge Generation „bezahlt“ für die älteren Generationen. Doch was geschieht, wenn verhältnismässig immer mehr ältere Personen die AHV beziehen und diese mit den bisherigen Beiträgen der Berufstätigen nicht mehr gedeckt werden kann? Sollen höhere Beiträge bezahlt bzw. das Pensionsalter erhöht werden, um dieses Loch aufzufangen? Ist die AHV ein Auslaufmodell, das einen signifikanten Teil des Lohnes junger ArbeitnehmerInnen verschlingt, ohne sicherzustellen, dass diese je selbst davon profitieren können?

Einkommens- und Vermögensungleichheit (369 Stimmen)

Eine Wirtschaftstheorie besagt, dass je kleiner die Einkommensunterschiede – und somit die Kluft zwischen den verschiedenen sozialen Schichten einer Gesellschaft – desto tiefer die Kriminalitätsrate. Ausserdem seien die Leute besser gebildet und es gäbe weniger SchulabbrecherInnen. «Gleichere Gesellschaften» lebten demnach gesünder und glücklicher und die Lebensqualität sei deutlich höher. Doch inwiefern rechtfertigt dies ein Eingreifen des Staates? Muss der Staat die sich stetig weiter öffnende Schere zwischen Arm und Reich verkleinern? Oder ist den BürgerInnen am besten gedient, wenn der Staat so wenig Eingriffe wie möglich vornimmt?

Krankenkassensystem (365 Stimmen)

Ärztliche Behandlungen, Medikamente und Spitalaufenthalte sind immer teuer und können schnell mehrere tausend Franken kosten. Für die Sicherheit, dass im Krankheitsfall eine Versicherung die Kosten übernimmt, zahlt man eine Prämie. Diese steigen von Jahr zu Jahr. Doch wie hoch darf diese werden? 1996 zahlte man für eine Prämie noch durchschnittlich etwa 170.-, heute ist es mit 380.- mehr als das Doppelte. Gerade die kantonalen Unterschiede sind dabei sehr gross: In gewissen Kantonen sind Prämien halb so teuer wie in anderen. Ist das gerecht? Was beeinflusst die stetige Prämiensteigerung? Gibt es andere Ansätze?

Einbindung von Menschen mit einer Behinderung (355 Stimmen)

Menschen mit Behinderung, sei dies physisch oder psychisch, sehen sich in unserer Gesellschaft mit hohen Hürden konfrontiert und können oft nicht gleichwertig am gesellschaftlichen Leben partizipieren. Nicht nur kann man im Alltag körperlich an Grenzen stossen (z. B. Zugänge in Häusern), sondern auch eine adäquate Einbindung in die Arbeitswelt ist meist schwieriger zu erreichen. Welche Möglichkeiten bestehen für eingeschränkte Personen in der Schweiz zu arbeiten und sollten diese ausgebaut werden?

Freihandelsabkommen (329 Stimmen)

Mit der Globalisierung und Digitalisierung ist die Welt vernetzter geworden. Es ist heute um einiges einfacher, Dienstleistungen und Waren zwischen Ländern zu handeln. Staaten erheben normalerweise Zölle auf Importe, damit der Inlandsmarkt geschützt werden kann. Ein Freihandelsabkommen soll diesen Zöllen entgegenwirken. Es ist ein Vertrag zwischen zwei oder mehreren Ländern, welcher den Freihandel fördert und zum Ziel hat, Gesetze abzulösen, welche den Handel verkomplizieren. Die Schweiz verfügt – nebst dem Freihandelsabkommen mit der EU – über weitere 28 Abkommen weltweit. Doch was sind die Risiken eines Freihandelsabkommen und was sollte die Schweiz tun, wenn sie durch fremde Abkommen am Handel gehindert wird?

Netzneutralität (318 Stimmen)

Darf ein Internetanbieter sein eigenes TV-Angebot bevorzugt behandeln und Videoübertragungen von Streaminganbietern wie z.B. Netflix künstlich verlangsamen? Oder für schnellere Übertragung gar grosse Geldsummen von Streaminganbietern verlangen? Wie weit dürfen Netzbetreiber in die Übertragung eingreifen und diese für (oder gegen) ihre Kunden und Kundinnen steuern?

Corinne Schwegler - Projektleiterin Jugendsession Corinne Schwegler Projektleiterin Jugendsession
+41 31 326 29 28

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